Archiv Höhner-Classickonzerte 1999

In 1999 erschien die CD Classic Gold von der Höhnern und der Junge Sinfonie Köln, die Live- und Studio-Aufnahmen enthältet. Diese CD stand dann auch im Mittelpunkt der diesjährigen Höhner-Classickonzerte.

Goldiges Sextett gut in Form

Höhner feierten gelungene Classic-premiere in der Philharmonie

Sie nehmen es wörtlich, die Höhner, die gerade ihre neueste CD Classic Gold herausgebracht haben. Für ihre Classic-Konzertreihe in der Philharmonie haben sich alle sechs passend in Schale geworfen: als goldiges Sextett. Ansonsten ging's thematisch und musikalisch sehr bunt zu. hallo, wie jeiht et? fragten die Höhner zu Anfang. Da hätte das Publikum in der ausverkauften Philharmonie voller Vorfreude beikirchnern können "Jot!"

Einen besondern Glücksgriff hat die Band mit dem Einbau von Georg Leiste in ihr Programm getan der Animationskünstler hat seinen ersten Auftritt als uniformierter und trillerpfeifenbewaffneter Platzanweiser Willi Wichtig, der halsbrecherisch über die Rückenlehnen von Reihe zu Reihe turnt und die Applausübungen vor Konzertbeginn dirigiert.

Später erlebt man den Spassmacher als ungelenke Ballerina inmitten der Rheingarde von den sieben Bergen sowie als pantomimischen Simultan-Dolmetscher bei der Unschuld die Trude Herr einal auf Mozarts Kleine Nachtmusik geschrieben hat und die nun die Höhner zelebrieren. Das Premierenpublikum am Mittwochabend tobte vor Vergnügen über die sieben Tenöre.

Vom melancholischen Leeve Pap bis zur unverwüstlichen Pizza wundaba wurde beinahe alles in den opulenten klang der 65-köpfigen Jungen Sinfonie Köln unter Leitung von Günter Hässy gebettet, die auch diesmal eine feine Leistung ablieferte. Für die von ihm komponierte Galleon-Ouvertüre überliess Hässy seinem Kollegen Uli Kögel, damit er sich sein eigenes Werk "einmal ganz in Ruhe anhören könnte".

Das Orchester bekam Verstärkung als bei Offenbachs Orpheus in der Unterwelt auch die Höhner zu klassischen Instrumenten griffen - wörtlich Höhner-Classic. Peter Werner spielte Trompete, Pete Bauchwitz strich die Geige, Hannes Schöer bearbeitete den Bass, FM Willizil nahm an der Trommel Platz und Janus Fröhlich bediente die Triangel. Nur Henning Krautmacher fehlter: er zog sich unterdessen schon mal um für das schmalzige Komm bei mich, Baby.

Stefan Volberg
den 13. August 1999

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