Archiv Höhner-Classickonzerte 2001

Höhner-Classickonzert in der Philharmonie

"Hoffnung stirbt zuletzt"

Wir hatten richtig Bock nach der Sommerpause wieder Musik zu machen verkündigte Sänger Henning Krautmacher zu Beginn des Höhner-Classickonzerts in der fast ausverkauften Philharmonie. Gut erholt nach der Sommerpause legten die Höhner los, unterstützt von der Jungen Sinfonie unter der Leitung von Günter Hässy. Mal spielten die Höhner alleine, mal mit dem Orchester zusammen, mal überliess die Gruppe dem Orchester und deren guten Solisten das Rampenlicht.

Doch neben Fröhlichkeit zeigten die Höhner viel Nachdenklichkeit. Immer wieder erinnerten die Bandmitglieder daran, wie wichtig gerade jetzt Völkerverständigung und friedliches Zusammenleben sei und dass sie einen Teil dazu beitragen wollten.
In der dunkelsten Stunde der Nacht beginnt der hellste Tag, so Bassist Hannes Schöner. Die Band zeigte philosophische Seiten, die keiner vermutet hätte: Die Hoffnung stirbt immer zuletzt, so Schöner weiter.

Die Überraschungsgäste leisteten ebenfalls ihren Beitrag zum abwechslungsreichen Programm. Bei Wann jeit d'r Himmel widder op kamen Frank Köster, Frank Hocker und Ex-Hohn F.M. Willizil als Unterstützung auf die Bühne.

Begeisterungsstürne löschten Uschi Werner-Fluss und Hender Berzau mit zwei ihrer Lieder aus.

Kölner Stadtanzeiger, den 25. Oktober 2001


Höhner, Franz-Martin Willizil und Schneewiessche und Ruuserot auf der Bühne.

Klassik im Höhnerstall

Höhner mit der Jungen Sinfonie und Köster in der Philharmonie

Das ist schon Tradition und ein wichtiger Termin im band-internen Terminkalender: der Auftritt der Höhner in der Philharmonie zusammen mit der Jungen Sinfonie Köln. In etwas feierlicheren Rahmen als sonst presänsentierte die Band gestern Abend ihre Hits und Klassiker aus dem Karnevalsrepertoire in etwas anderer Form.

Das Programm stand unter dem Motto: "Der Buchstabe K". Der elfte Buchstabe des Alphabets steht für Köster, Krätzje und Konsorten. Denn beim Konzert kamen auch Gerd Köster und Frank Hocker auf die Bühne und gaben einige ihrer neuen Krätzje zum besten. Auch die Höhner hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. Die Band hatte einen Song zur aktuellen Weltlage komponiert. Multikulturell auf Englisch und auf Kölsch und den gabs als Uraufführung in der Philharmonie. Der Song trägt den Titel I'm a part of it. Das erste Stück des Abend war der Klassiker Wo mir sin is Kölle und ab gings. Das Publikum sang vom ersten Takt an begeistert mit.

Tobias Morchner
Express, den 24. Oktober 2001

Höhner-Classic in Jülich

Ein Superkonzert im Brückenkopfpark Jülich

Etwa 1.100 Zuhöhrer liessen sich am Sonntag den 2. September 2001 beim gemeinsamen Konzert der kölschen Stimmungsband Höhner und des Orchester der jungen Sinfonie Köln im Brückenkopfpark von der Topform der Musiker anstecken und sorgten für überschäumende Stimmung.

Als die Band unter den feierlichen Klängen der Sinfoniker die Bühne betrat, löschte sich die Vorfreude des Publikums in begeisterten Jubel und lautstarken Beifall auf. Ett es schön, heh zu sinn, begrüsste Frontmann Henning Krautmacher die Fans und dann startete die Musiker zum Höhner-Classickonzert durch. Mitklatschen und Schunkeln war nicht nur beiden Spassmach-Liedern wie Annemarie angesagt, sondern auch besinnlicheren Texten, wie etwa bei der Ballade über Antonio, den Clown aus der Rockin' Roncalli Show.

Kumm erin oder Minsche wie mir waren zwei der Stücke, die den über dem Konzert stehenden Leitgedanken "Für Mitmenschlichkeit, gegen Rassismus" zum Ausdruck brachten. Mit Riesenbeifall bezogen die Zuhöhrer eindeutig Stellung und unterstützten dieses Motto.

Dass man auch in ausgelassener Partylaune Spass an klassischer Musik haben kann, zeigte sich bei den Beiträgen des von Günter Hässy dirigierten Sinfonieorchesters. Mit einem geradezu bombastischen Klangvolumen bewies das Ensemble seine Extraklasse in einem "Scherzando", in Dvoraks Schlawischer Tanz und mit einem Walzer aus Tschaikowskys Nussknacker Suite.

Mit Extraeinlagen in denen er die Zuhöhrer immer wieder zum Mitsingen animierte, trieb Schlagzeuger Janus Fröhlich seine Mitspieler an den Rand der Verzweiflung. Doch diese wussten die Vorlagen aufzunehmen und heizten dem Publikum richtig ein. Zwar fiel die geplante Hymne auf die deutsche Fussballnationalelf aus, da die Kicker es vorgezogen hatten, die anderen auch mal gewinnen zu lassen, doch dafür gab es als angemessenen Ersatz Tante Käthe.

Ein Medley aus altbekannten Höhner-Hits, bei dem es keinen mehr auf dem Platz hielt, bildete den Abschluss eines tollen Konzerts. Ein 1.100-stimmiger Chor schmetterte die Refrains aus Echte Fründe oder der Südkurvenhymne Hey Kölle! du bes e Jeföhl. Mit stehenden Ovationen gab das Publikum im Zugabenteil seiner Begeisterung über die verblüffend gut gelungene Kombination von Stimmungsmusik und Klassik Ausdruck.

Höhner-Classic in Bonn

Karnevalsschlager im prunkvollem Festgewand

Ein Orchester macht aus einem Karnevalsschlager sicherlich noch kein sinfonisches Werk. Das war im Falle der kölner Mundartgruppe Höhner, die jetzt vor 2000 Zuhöhern auf der Open-Air-Bühne der Museumsmeile stand, jedoch auch keineswegs beabsichtigt. Der Programmtitel Höhner Classics und die musikalische Verstärkung durch die Junge Sinfonie Köln unter der Leitung von Günther Hässy verwies hier allenfalls auf einen feierlichen Rahmen für die Kölsch-Hits.

In Köln ist die Verschmelzung aus Klassik und Karneval bereits Kult. Seit 1992 arbeiten die Höhner mit der jungen Orchester zusammen und ihre Konzerte in der Philharmonie haben ihren festen Platz in Kulturkalender der Domstadt. Auch in Bonn haben die Höhner-Classics ihre Fangemeinde. Hier bildete das Orchester indes ein Rahmen ohne grossartigen Prunk und schnörkel. Das "Bild" der rheinischen Truppe wurde durch die Orchesterbegleitung nicht grundsätzlich verändert. Die Melodien der Band wurden -wenn überhaupt- schlicht und einfach vom Orchester mitgespielt. Orchestale Akzente gingen im wesentlich "lauter" abgemischten Spiel der Band zum Grossteil akustisch unter. Was zu hören blieb, war dann gerade mal eine untermalende Streicherharmonie. Pfiffige Querflötenintermezzi oder Trompetensignale blieben zu erahnen. Und Hässy, der auch für die Arrangements mit Orchester verantwortlich zeichnete, legte auch ganz offensichtlich Wert auf Dezenz und sanfte Akzente.

Bei Stücken, wie dem Blumenwalzer aus Tschaikowskys Nussknacker-Suite, zeigten seine Musiker, dass sie durchaus zu kraftvollen kompakten Vorträgen in der Lage sind, während der klangliche Vortritt natürlich ganz bewusst dem kölner Sextett galt. Das war bereits zum zweiten Mal in Folge bei den Konzerten auf der Museumsmeile vertreten. Eine Medley gedachte solcher Sessionshits, wie Echte Fründe, Hey Kölle -Du bes e Jeföhl; und Ich bin ene Räuber, bei denen selbst Karnevalsmuffel ins Schunkelfieber versetzt wurden.

Susanne Haase-Mühlbauer
General-Anzeiger den 3. September 2001

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