
Höhner und Junge Sinfonie Köln während der Proben.
Henning Krautmacher, Frontmann der Höhner, muss am Ende des Konzerts nur noch den Daumen heben. noch eine Zugabe? Begeistertes Johlen des Publikums ist die Antwort. Eigentlich müsste der Leadsänger der Kölner Mundartband Schmitz oder Pütz heissen, so sehr verkörpert er kölsches Temperament, verbunden mit Charme und urwüchsiger Bühnenpräsenz. Kaum jemand kann sich ihm entziehen, am Ende sind alle auf dem Museumsplatz ein bisschen Höhner.
Es ist bereits nach 22 Uhr, das Konzert gerät in den roten Bereich der Lärmbelästigung. " Ihr müsst jetzt alle leise mitsingen" rät Henning schmunzelnd. wenn es später Ärger geben sollte, ist das Publikum mindestens mitschuldig. Was soll man denn auch machen, wenn alle das Stück kennen und sich der Riesenchor mit dem Lied Ich ben ne Räuber nach Hause schunkelt? Karnevalstimmung am Schluss, opulente Orchesterklänge zu Beginn.
Die Junge Sinfonie Köln unter Leitung von Uli Gögel rollt den Teppich für den Auftritt der Matadore aus. Die pompöse Aura hat nicht lange Bestand, die Sinfoniker begnügen sich alsbald mit der Begleitrolle, die sechs Höhner singen ein freundlich-nettes Hallo, wie jeht et?
Seit 30 jahren gibt es die Band, seit 10 Jahren arbeiten Henning, Peter, Janus, Ralf und Pete mit der Jungen Sinfonie Köln, einem rund siebzigköpfigen Liebhaberorchester zusammen. Höhner-Classic heisst das Projekt, in dem Kölschrock, Mundartsongs und rheinische Hymnen von Streicher- und Bläserklängen ummantelt werden wie im Magnum Classic der vanillelkern mit Schokolade.
Das Orchester ist allerdings auch mit rein Sinfonischem vertreten wie dem Schubertschen Militärmarsch. Als Jubiläumsgeschenk spielt die Junge Sinfonie die Ouvertüre Trentennaria von Günter Hässy, ein effektvolles und schmissiges Stück mit allerlei Zitaten aus Höhner-Hits. Und wenn die Sinfoniker mal schweigen wie beim Höhnerhoff-Rock, dann liefern die Musiker Background-Choreographie: Oboen, Fagotte undHöhner werden einfach wie Fänchen im Rhytmus geschwenkt.
Quer durchs Repertoire geht es an diesem Abend, der Feten-und Karnevalshit Kumm, loss mer fiere liefert das Motto. Neben der ungetrübten Feierlaune hat das Sextett aber auch nachdenkliches im Programm. Ein Lied über die Vergänglichkeit -Text von Trude Herr- zitiert schweres Chanson-moll, dazu Akkordeonklänge, die E-Gitarre mischt schmerzliche Einwürfe darunter. der Song I'm a part of it, eine patetische Hymne, mahnt an den 11. eptember vor einem Jahr. Frivol dagegen das Lied von der verloreren Unschuld auf der Musik der Kleinen Nachtmusik. Die Songs die den Höhnern einen Platz in der kölschen Musikgeschichte sichern, sind unerbittliche Ohrwürmer, die sich abnutzen und von dem Publikum heiss geliebt werden.
Die Quintessenz ist entwaffend schlicht: man lebt nur einmal, Glück kann man sich nicht kaufen, alle müssen zusammenhalten, im Veedel wie auf der ganzen Welt. Am Ende winkt die rheinische Lösung, die Vereinigung von Vater Rhein und Mama Afrika wwie es im Song sansibar und statt Supermodels taugen auch Dicke Mädchen zum Glück
Mathias Nofze
General-Anzeiger, den 06. September 2002
Zu einer herausragenden und erstklassigen Publikumsattraktion gehören die Höhner-Classickonzerte, wie der Beifall und die standing ovations von 900 Musikfans am Samstagabend im Brückenkopf-Park bewies.
Auch nach drei Zugaben hätten sie das Sextett und die 50 Musiker der Jungen Sinfonie Köln nach zweieinhalb Stunden am liebsten noch nicht von der Bühne ziehen lassen.
Bereits nach einer halben Stunde herrschte eine Superstimmung und Bandleader Henning Krautmacher stellte erstaunt fest: "Wir haben doch gerade erst angefangen!".
Doch nach Hits wie Wo mir sin is Kölle oder Höhnerhoff-Rock war es nur allzu verständlich, dass es die Besucher nicht mehr auf ihren Plätzen hielt und sie beim Konzert unter freiem Himmel kräftig mitsangen und -klatschten.
Auch die beschaulicheren Songs wie Wann jeiht dr Himmel widder op? oder Leever en Mösch en dr Hand, trafen den Geschmack des Publikums.
Bei klassischen Stücken wie Schuberts Militärmarsch - "die Antwort auf unsere Roten Funken", so Bandleader Krautmacher - zeigte die Junge Sinfonie ihr beeindruckendes Spielvermögen. Soli der beiden Partner und gemeinsame Stücke wechselten einander ab.
Besonderes Highlight war das Lied Die Unschuld. Trude Herr hatte einst zu Mozarts Kleiner Nachtmusik einen witzigen kölschen Text geschrieben. Hannes Schöner erreichte dabei als Unschuldige ungeahnte Sopran-Höhen.
Mit Sansi Bar und dem Auftritt der Mama Afrika-Trommler-Gruppe sowie Immer freundlich lächeln, Dicke Mädchen haben schöne Namen und Pizza wundaba steigerten Henning, Hannes, Peter Werner, Janus Fröhlich, Peter Bauchwitz und Ralf Rudnik die Hochstimmung auf immer neue Höhepunkte.
Die Kölner Kultband, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, tritt seit 1992 regelmässig mit dem Orchester der Jungen Sinfonie in der Kölner Philharmonie auf.
Nach den Konzerten der letzten Woche an der Bonner Museumsmeile und in Jülich ist diese Formation der besonderen Art in diesem Jahr nur noch dreimal in der Philharmonie zu erleben.
Dabei präsentieren die Vollblutmusiker ihre Hits und Standards des rheinischen Frohsinns in einem besonderen Rahmen in "klassischer" Form.
Für den erkrankten Orchester-Leiter Günther Hässy sprang in Jülich Sinfoniker Uli Gögel ein, der auch sonst Teile der Konzerte dirigiert.
Nachdem Krautmachers Frage "Sollen wir wieder kommen?" vom Publikum eindeutig positiv beantwortet worden war, verriet Veranstalter Stefan Funken auf Anfrage der Jülicher Zeitung, dass ein weiteres Höhner Classic-Konzert voraussichtlich am letzten Samstag im September 2003 im Brückenkopf-Park steigen wird.
Erich Wermelskirchen
Loss mer fiere, op kölsche Art, hätte das Motto des Klassik-Abends mit der kölschen Rockband Höhner im Jülicher Brückenkopf-Park sein können. Aber die Musiker hatten ein besseres Thema: "Wir sind jetzt schon 30 Jahre zusammen,und das wollen wir feiern", verriet Frontman Henning Krautmacher.
Gleich zu Beginn waren die rund 900 Zuhörer unter dem Zeltdach schon in Fahrt und nach dem dritten Vortrag wollte sich schon bald keiner mehr setzen und man applaudiete stehend den Höhnern und den 50 Musikern der Jungen Sinfonie aus Köln mit ihrem Dirigenten Ulli Gögel, der gekonnt für den erkrankten Orchesterchef Günter Hässy eingesprungen war.
"Nun setzt Euch doch erst mal wieder, damit Ihr wieder aufstehen könnt", mahnte Henning Krautmacher, denn schliesslich standen dem Jülicher Publikum fast zweieinhalb Stunden Musik vom Feinsten bevor. Und ohne Zugabe liessen die Jülicher die Mundartband mit samt Orchester natürlich nicht von der Bühne. Voluminös war dann auch der Abgang der Höhner mit ihrem heimlichen Lieblingsstück Music was my first love, op kölsch Ming Musik von John Miles, denn Musik ist das Geheimnis des Zusammenhalts der Band. So einfach ist das!
Ein Riesenrepertoire mit bekannten und neuen Stücken präsentierten die Höhner: Peter Werner, Hannes Schöner, Pete Bauchwitz, Ralle Rudnik, Janus Fröhlich und Sänger und Frontman Hennig Krautmacher. Dabei sind Werner und Fröhlich die Begründer und längsten Spieler der Band.
Ganz klar, dass die Höhner ihre senegalesischen Freunde mit ihren Trommeln mitgebracht hatten. "Dat sin uns Fründe us Afrika bei Köln-Ehrenfeld".
Bei Sansibar mit Mama Afrika hielt es keinen mehr auf den Stühlen. Dicke Mädchen haben schöne Namen, Jetzt geht's los, und Lieder als Reminiszenz an Trude Herr Die Stadt folgten.
Die Orchestersoli waren ein Miltärmarsch von Franz Schubert und aus Peer Gynt von Edvard Grieg Aus der Halle des Bergkönigs. "Wir kommen wieder", ersprachen die Höhner und donnernder Applaus war die Bestätigung.
Wo mir sin is Kölle schallt es aus der Philharmonie. Die Höhner haben soeben die Bühne gestürmt. Höhner-Classic heisst es nun schon zum zehnten Mal. Neben ihrem 30. Geburtstag in diesem Jahr haben die Höhner ein weiteres Jubiläum zu feiern. Vor ausverkauftem Hause präsentierte da kölsche Sextett am Dienstag und Mittwoch Abend the bright and dark side of the Hohn. Stimmungslieder wechselten sich mit mit den eher nachdenklichen Stücken wie Zeiger an der Uhr oder Ming Droum ab.
Lautstarke Unterstützung hatten Henning, Peter, Ralle, Janus, Hannes,und Pete von dem 80-köpfigen Orchester der Jungen Sinfonie Köln. Das bewies wie jedes Jahr, dass es neben Mozart auch die fetzigen Somgs der Höhner beherrscht. Doch auch das Publikum stellte seine Flexibilität unter Beweis: es zeigte dass nicht nur in der fünften Jahreszeit geschunkelt, gesungen und getanzt werden darf. Nur der festliche Rahmen hielt ein wenig zur Zurückhaltung an, doch spätestens bei Hey Kölle! Du bes e Jeföhl zog es auch den letzten vom Stuhl.
Vorher sorgte die Microfon Mafia für Überraschung. Die drei jungen Männer in Trainingshosen gaben Wann jeiht dr Himmel widder op in einer Rap-Version zum besten. Nach der Pause sorgte Janus für grosse Unterhaltung, als er vorübergehend den Platz des Dirigenten Günter Hässy übernahm. Sein Versuch Carmen spielen zu lassen, scheiterte jedoch, stattdessen dirigierte er zur Begeisterung des Publikums die Pizza wundaba.
Kölner Rundschau, den 31. Oktober 2002
Wenn dicke Mädchen sich die besten Plätze in den ersten Reihen sichern, wenn sie bei "Mir bruche d'r FC" kreischen und aufspringen, wenn seriöse Herren im Wildlederblouson plötzlich mit geballter Faust ein begeistertes "Ja!" ausrufen, wenn gestandene Rapper sich in den Armen liegen und schunkeln - dann ist Höhner-Classic angesagt.
Zum zehnten Mal stand die Band, die in diesem Jahr auch ihr 30-Jähriges Jubiläum feiert, mit der Jungen Sinfonie Köln auf der Bühne in der Philharmonie. Dreimal und dreimal ausverkauft. Günter Hässy, Leiter des engagierten Orchesters, hatte den Höhnern wieder zwei Kompositionen gewidmet - köstliche kleine Kabinettstückchen. Auch wenn's nicht neu ist: die A-cappella-version von Trude Herrs Unschuld zu Mozarts Kleiner Nachtmusik amüsierte in diesem Rahmen mehr als so manche Mitklatsch-Nummer. Und Mikrofone Mafia meets Höhner: bitte mehr davon.
Kölner Stadt-Anzeiger, den 31. Oktober 2002
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