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Alles scheint zunächst wie gewohnt zu verlaufen an diesem Abend in der Philharmonie. Die Junge Sinfonie Köln zieht ein in den Saal und spielt auf mit der erhabenen Melodie von Marsch nr 4 Pump and Circumstances des Briten Sir Edward Elgar. Doch dann erobern sieben Musiker einer anderen Spielklasse das Bühnenparkett: Die Höhner traten am Dienstag an zum ersten ihrer drei (so gut wie ausverkauften) Konzerte mit den Sinfonikern.
Und auch bei der 14. Auflage des Höhner-Classic-Konzerts geriet das Publikum in der Philharmonie mächtig ins Schunkeln. Höhner-Frontmann Henning Krautmacher hat sich jedenfalls allmählich an das etwas andere Ambiente gewöhnt und begrüsste gleich zu Beginn auch die Gäste in den Logen hinter der Bühne.
Die Hitmacher von so manchem Karnevalsknüller gaben thematisch eine Rückblende auf den Weltjugendtag. Mit der kölschen Version der Friedensballade Saach mir wo die Blome sin eroberten sie schnell die Herzen ihrer Fans, akustisch drängten E-Gitarren und Schlagzeug allerdings die Orchester-Streicher ein wenig in den Hintergrund. Selbst der vielstimmige Jugendchor St. Rochus geriet bei seinem kurzen Gastspiel mit Wann jeiht dr Himmel widder op? etwas ins Hintertreffen. Dennoch bereicherte und veredelte die Junge Sinfonie unter der Leitung von Günter Hässy den Höhner-Sound in vielen Passagen.
Um ihren Fans möglichst bald wieder einen neuen Sessions-Hit
präsentieren zu können, scheuen die Musiker derzeit keine
Mühen: Wir stehen tagsüber im Studio und abends in
der Philharmonie
, erklärte Henning
Krautmacher. Eine Kostprobe von den Aufnahmen gab die Band mit dem bisher unveröffentlichten
Titel Lange nicht genug. Der Song mit
Anleihen aus der irischen Folkmusik und einem schnellen Geigen-Solo
birgt jedenfalls Hitpotenzial in sich.
Nachdem zwischendurch dem Orchester mit Auszügen aus Beethovens 9. Sinfonie und Klängen von Mozart Vorrang gegeben wurde, verursachten zum Ende hin die Höhner wieder ungewohnte Szenen in der Philharmonie. Bei Songs wie Hey Kölle! Du bes e Jeföhl oder Viva Colonia hielt es das Publikum nicht auf den Sitzen.
Zacharias Zacharakis,
Kölnische Rundschau, den 1.sten September 2005.
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