Die Vier Jahreszeiten werden in vielen Konzerthäusern gespielt. Doch die fünfte Jahreszeit findet nur in einem statt: jeden Sommer in der Philharmonie. Am Donnerstagabend war es wieder soweit. Zusammen mit der Jungen Sinfonie Köln präsentierten die Höhner, mittlerweile ja nicht mehr nur Karnevals-, sondern auch Handballkapelle, ihr Klassik-Programm.
Das war dramaturgisch richtig aufgebaut und startete mit Balladen, die zur Orchesterbegleitung standesgemäss kitschig erblühen konnten. Höhner-Bassist Hannes Schöner hatte anfangs das Kommando und entpuppte sich als das emotionalste Hohn, als er Hey Johannes und Ich luur dich jän ahn sang. Unterbrochen wurde der Block mit Solo-Beiträgen des Orchesters, das unter der Leitung von Ulrich Gögel mit Anton Dvoràks Sinfonie nr. 9 Aus der Neuen Welt begeistern konnte. Zur Halbzeit schlugen die Blechharmoniker, fünf aufstrebende Kabarettisten aus Köln, mit ihrer Mischung aus Clownerie und Blasmusik die Brücke, die direkt zu Henning Krautmacher führte. Der Höhner-Frontmann gab im zweiten Programmteil den Ton an. Und das bedeutete Karneval.
Dä kölsche Pass, Wenn nicht jetzt, wann dann?, Hey Kölle, Du bes e Jeföhl und das obligatorische Viva Colonia kamen Schlag auf Schlag. Sogar die Zuhörer in eleganter Abendgarderobe schunkelten nun, klatschten und tanzten in den Sitzreihen.
Die Stimmung war so gut, dass das Konzert länger dauerte als geplant. Um halb elf scherzte Krautmacher: "Jetzt ist wirklich Schluss. Die Bauarbeiter warten schon unter der Philharmonie, die wollen seit einer halben Stunde am U-Bahn-Tunnel weiterbauen!"
Christoph Mathieu
Kölnische Rundschau den 18. August 2007
Bei Dä Kölsche Pass war's möglich, bei Wenn nicht jetzt, wann dann? unvermeidlich: die Gänsehaut, die Hühnerhaut, die Höhnerhaut. 2.500 Zuhörer liessen die Arena Kreis Düren am Sonntagabend beben. Auf den Sitzen hielt sie nichts mehr. Feiern, singen, Vollgas - wenn nicht hier, wo dann? Als reichten sechs Höhner und die 60 Musiker des Orchesters Junge Sinfonie Köln nicht aus, stimmten 2.500 Kehlen voller Inbrunst in die Hymne ein, die den Handballern das deutsche Wintermärchen im eigenen Lande prophezeit hatte.
"Dat Hätz vun dr Welt, jo dat is Düre, dat Hätz vun dr Welt schlät an de Rur" - an diesem Abend war's so. Drei Stunden Höhner Classic - drei Stunden lang umschlingen sich U- und E-Musik. Umkreisen sich, umwickeln sich, verzwirbeln sich, verknoten sich. Heraus kommt ein Geschenkpaket mit Schleife: ein unvergesslicher Abend voller Musik. Besorgt von den Sponsoren Rurtalbahn, Dürener Kreisbahn und Sparkasse Düren, überreicht von Landrat Wolfgang Spelthahn im Namen des Kreises Düren an die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen im Kreis Düren. "Heute Abend gibt's keine lange Begrüssungsansprache, denn heute sind Sie alle die Ehrengäste. Das ist ein Dankeschön, weil Sie sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich für unsere Gemeinschaft einsetzen", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn einleitend.
Höhner Classic: Aus diesem Geschenkpaket zogen die Kölsche Kultband und der ambitionierte Kölsche Klangkörper unter Leitung von Uli Gögel und Sebastian Hässy erstaunlich viel hervor. Von Anton Dvoràks spannungsgeladenen Sinfonie nr. 9 Aus der Neuen Welt (Henning Krautmacher: "Dat is dä Dvoràks Tünn") bis Viva colonia war alles drin. Zum Beispiel die melancholischen Zeiger an der Uhr der unvergessenen Trude Herr. Oder Gallina Ouvertüre, 1992 zum 20-jährigen Bühnenjubiläum der Höhner von Günter Hässy komponiert. Dieses Medley der Jungen Sinfonie ist Höhner-Classic in Reinkultur. "Erstaunlich, wie viele Höhner da drin sind", staunte der schnauzbärtige Frontmann erneut, als die Geigen verstummt waren.
Höhner Classic ist anspruchsvoll und unterhaltsam zugleich. Nachdem Dirigent Uli Gögel dem Publikum die akustischen Grundelemente der Steppen-Skizze, einer asiatischen Liebesgeschichte, vorgestellt hat, erbittet Trommel-Hohn Janus Fröhlich den Stab, versucht sich als Zauberlehrling. Es geht, es geht - es geht natürlich nicht lange gut, sondern verquer: Die Karawane zieht weiter.... Cross over för ze lache.
Höhner Classic lässt Raum für die Ohrwürmer, die einfach dazu gehören (Echte Frönde) und neue Titel, Mozart auf Ralle Rudniks E-Gitarre und Spielchen mit dem Publikum. Bei "All You Need is Love klingt Love verdächtig nach Alaaf. Ein Extrabonbon gibt es als Nachtisch: John Miles' hymnische Verbeugung vor der Music, von Hannes Schöner beeindruckend gesungen.
Zum Dank für den tollen Abend überreichte Landrat Wolfgang Spelthahn Henning Krautmacher eine goldfarbene Löwen-Skulptur, wahrlich mehr als "en Mösch in de Hand". Ein Wiedersehen, so das ohrenbetäubende Ergebnis seiner Publikumsbefragung nach einer Steilvorlage des Landrates, soll es schon im nächsten Jahr geben. Klar: Mit ihrem Kölsche Pass sind die Jungs vom Rhein im Land an der Rur jederzeit einreiseberechtigt. Nach dem Konzert hinterliessen Höhner und Dirigenten einen weiteren bleibenden Eindruck, als sie sich im Goldenen Buch des Kreises Düren verewigten.

Foto: K. Hanuschkin
Und wie kam die Musik bei denen an, für die sie bestellt war? Fritz Kaiser, hauptberuflich Lehrer an der St. Josef-Schule in Düren, im Ehrenamt Leichtathletik-Übungsleiter beim Dürener TV: "Ich bin zwar kein ausgesprochener Höhner-Fan, aber dieser Abend war ganz hervorragend, weil so viel Verschiedenes geboten wurde. Toll, dass ich dabei sein durfte."
Webseite Landkreis Düren, den 21. August 2007
Wie viele Arten des Schunkelns gibt es? Darüber mag man streiten, aber nicht darüber, dass sie allesamt beim Höhner-Classic-Konzert in der Kreis-Arena zum Einsatz kamen. Wer meint, die Menschen im Kreis seien reserviert, hat sie noch nie bei einem Konzert der Höhner erlebt.
Im Kreisgebiet gibt es etwa 70.000 Ehrenamtliche, 2.500 von ihnen konnten in der Arena sich und ihre Höhner feiern. Landrat Wolfgang Spelthahn hatte die Höhner und das Orchester Junge Sinfonie Köln nach Düren eingeladen, um mit dieser Veranstaltung den langjährigen Ehrenamtlichen im Kreis zu danken. Die Karten für das Konzert waren demnach auch nicht im öffentlichen Vorverkauf zu erhalten.
"Jeder einzelne im Saal ist heute Ehrengast des Kreises Düren", begrüsste Landrat Wolfgang Spelthahn das erwartungsfrohe Publikum. Und das wurde nicht enttäuscht. Die Höhner brachten ein Programm aus alten und neuen Liedern mit und rissen die Zuhörer von ihren Stühlen. Vom ersten Ton an wurde mitgeklatscht, beim zweiten Lied setzte das gemeinschaftliche Schunkeln und Mitsingen ein.
Und während die sechs Höhner das Publikum mit jedem Lied von neuem zu Begeisterungsstürmen hinrissen, setzte das Orchester der Jungen Sinfonie Köln ruhige Akzente. Es begleitete nicht nur die Höhner bei ihren Liedern, sondern zog das anspruchsvolle Publikum mit klassischen Stücken von Antonin Dvoraks und Brahms in seinen Bann. Diese Stücke stellten eine angenehme und willkommene Schunkel-Pause für Zuhörer und Höhner dar, die schliesslich auch keine Küken mehr sind.
"Diese Dankeschön-Veranstaltung ist eine ganz phantastische Idee vom Kreis", begeisterte sich Otti Black. Der Höhner-Fan aus Langerwehe engagiert sich beim Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands (VdK) und betreut ehrenamtlich ältere und behinderte Menschen.
Diana (14), Elena (14), Laura (18) und Larissa (16) freuten sich, einen Ehrenamtlichen im Bekanntenkreis zu haben, der ihnen die Karten beschafft hatte. Die grossen Höhner-Fans brachten ein Plakat mit der Aufschrift "Ohne euch geht es nicht" mit in die Arena und sangen fast jede Zeile mit.
Nicht nur das Publikum, auch die Höhner genossen das Konzert: "Ihr seid ein Publikum, wie man es sich nur wünschen kann." So verwundert es auch nicht, dass die Band dem Wunsch der Zuhörer, die sich mit nur einer Zugabe nicht zufrieden gaben, gerne nachkam.
AN - Aachener Nachrichten Online, den 21. August 2007
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