Archiv Höhner im Karneval 2006-2007

Während ihres Auftritts bei der Sessionseröffnung 2006-2007 stellten die Höhner Dä kölsche Pass vor.

Die Höhner traten in dieser Session auch bei der Prinzenproklamation am 6. Januar 2007 auf:

Während der Jubiläumssitzung der Grossen Kölner K.G e.V am 15. januar 2007 bekamen die Höhner auch ein Jubiläumsbuch.

Ein Journalist beschreibt in einem Zeitungsartikel wie die Höhner einige Karnevalsauftritte absolvieren

Karneval: Ein riesiges und knüppelhartes Geschäft


© dpa.

Der Karneval ist ein Riesengeschäft - nicht nur für die Bonbon- und Kostümindustrie, sondern auch für die Musikbands. In Köln gibt es jedes Jahr einen Wettkampf um den Hit der Session. 2004 schafften die Höhner mit Viva Colonia eine internationale Hymne, die auch auf dem Weltjugendtag, bei der Fussball-WM und auf dem Oktoberfest in München ein Ohrwurm war.

Auf einer Ochsentour mit jeweils 200 bis 250 Konzerten in sechs Wochen stellen die Bands Höhner, Paveier, Bläck Fööss, Räuber und seit 2001 auch Brings den Jecken ihre neuen Songs vor.

Ruckzuck werden nach dem Auftritt der Höhner in einem Kölner Hotel die Instrumente abgebaut, die Musiker nehmen Karnevalsorden und ein Fünf-Liter-Kölsch-Fass in Empfang, alles wird im schwarzen Bus verstaut und weiter geht's. Der Karnevalsmarathon der Höhner und Co. ist in Deutschland einmalig: Bis zu zehn Auftritte täglich absolviert jede Gruppe, das erfordert eiserne Disziplin, Alkohol ist tabu.

Als Sänger Henning Krautmacher von der Bühne läuft, zieht er in Windeseile sein schwarzes Jackett mit dem silbernen Hey-Kölle-Schriftzug aus. Zwei Mädels im Hasenkostüm drückt er schnell noch Autogrammkarten in Form eines Kölner Passes in die Hand - passend zum aktuellen Höhner-Hit Dä kölsche Pass, der auf Platz 65 der deutschen Charts rangiert.

Auch die Paveier und die Räuber sind mit ihren diesjährigen Karnevalsongs in den Top 100 der deutschen Single-Charts vertreten. "Die sind unsere härtesten Konkurrenten um den Sessionshit", sagt Krautmacher und eilt zu dem vor der Tür mit laufendem Motor wartenden Höhner-Bus.

Gründungsmitglied Janus Fröhlich nimmt die rote Mappe mit dem Auftrittsplan, "jetzt geht's zur Frauensitzung ins Maritim, in 20 Minuten sind wir dran." Bassist Hannes Schöner reicht auf der Fahrt Paprikastückchen, Sänger Henning beisst in eine Mandarine. Vitamine sollen die Mitfünfziger gesund halten. "Am gefährlichsten sind die ganzen Küsschen der Damen, wenn die dich mit irgendwas anstecken, hat die Band ein Problem", sagt Gitarrist Jens Streifling.

Wechsel auf die andere Rheinseite Kölns: Peter Brings steht bei einer anderen Frauensitzung mitten im Konfettiregen, 1.000 begeisterte Frauen kreischen beim Hit Superjeile Zick, immer wieder fliegen Rosen für Brings auf die Bühne. Ihre wilden Laufeinlagen erinnern an ein Punk-Konzert. Auch Brings müssen nach 20 Minuten das Feld räumen, damit ihr straffer Zeitplan eingehalten wird.

"Bei diesem Mammutprogramm hast du zu Beginn eines Konzerttages manchmal keine Lust, aber vom ersten Ton trägt dich das Publikum auf Händen", sagt Schlagzeuger Christian Blüm, Sohn des früheren CDU-Arbeitsministers. über 2.500 Karnevalssitzungen gibt es in jeder Saison im Grossraum Köln, die Top-Bands bekommen zwischen 500 und 1.000 Anfragen. Brings spielen mit 250 Auftritten die meisten Konzerte. Sie sind erst seit 2001 im Karneval und allein schon vom Alter her die Küken des Kölner Kleeblatts, wie die Spitzen-Bands auch genannt werden. "Der Karneval hat uns den Erfolg gebracht, den wir heute haben", sagt Gitarrist Stephan Brings.

Zurück auf die linksrheinische Seite: Der schwarze Höhner-Bus steht am Rheinufer, am Hintereingang zum nächsten Auftrittsort, der Frauensitzung im Maritim-Hotel. Eine Strassenbahn fährt vorbei, "schaut mal, da stehen wir drauf". Mit Viva-Colonia-Schriftzügen wird Werbung gefahren. Dieses Jahr stemmen sie in der Hochphase von Januar bis Mitte Februar 200 Konzerte. Zwischendurch mussten die Höhner auch noch in Berlin, Dortmund und Köln bei den Spielen der Handball-WM ihre offizielle Hymne Wenn nicht jetzt, wann dann intonieren. Janus Fröhlich ist mit Trainer Heiner Brand befreundet und stellte den Kontakt her. Beim Empfang der Handball-Weltmeister auf dem Kölner Rathausplatz spielten die Höhner vor zehntausenden Menschen.

Bei so vielen Auftritten muss alles immer blitzschnell gehen, für Soundchecks gibt es keine Zeit. An diesem Abend entern sie die Bühne, während ein Mitglied noch auf dem Klo sitzt. "Aber in 34 Jahren Bandgeschichte haben wir nur drei Auftritte nicht geschafft", betont Janus Fröhlich. "Der Karneval ist für uns wie ein Marathon. Am Anfang läuft es prima, in der Mitte kommt der grosse Einbruch und zum Schluss wirst du nur noch von der Aussicht aufs Ziel und von deinen Glückshormonen getragen", erklärt Hannes Schöner. Zum Ausgleich radeln, joggen oder reiten sie tagsüber. Ab Aschermittwoch nehmen alle Bandmitglieder vier Wochen Urlaub, dann können sie sich auch nicht mehr sehen.

Nach ihrem Gig bei der Frauensitzung fahren sie über den Rhein zur anderen Frauensitzung, wo Brings gerade gespielt haben. In den Katakomben gibt es ein grosses Hallo. "Wie viele habt ihr noch?", wird gerufen. Die Techniker müssen aufpassen, dass sie nicht die Instrumente der beiden Bands beim Aus- und Einladen vertauschen. Jetzt trinkt sogar Höhner-Sänger Henning Krautmacher ein Kölsch. Sonst gibt's das nur an Weiberfastnacht, "weil du da ab dem vierten Auftritt anders nicht mehr klar kommst."

Georg Ismar, dpa
Aachener Zeitung, den 7. Februar 2007

Hierunter zeigen wir Fotos von Höhner-Auftritte während der Sessiom 2006-2007.


Während des Auftritts bei der Luftflotte in Gürzenich überreicht Henning Rainer Calmund den kölschen Pass.


Höhner im Fernsehprogramm Karnevalissimo.

Fast am Ende der Session ist Ralle einige Zeit krank. Gerade wenn das Lied Wenn nicht jetzt, wann dann? in der Version für die deutsche Handballnationalmanschaft hoch in die Charts landet. Ole Rausch ersetzt ihn.

Wenn Ralle wieder auftreten kann, folgen noch einige Karnevalsauftritte und erhalten die Höhner auch noch den Orden för et beste kölsche Leed Dä kölsche Pass von den Roten Funken.

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