über 2000 begeisterte Besucher in einer ausverkauften
Höhle, die zweieinhalb Stunden lang so etwas wie
sauerländisch-kölschen Karneval im August feierten - mit
dem Konzert der Höhner ist den Festspielen Balver Höhle
ein absoluter Glücksgriff gelungen. Die Mundartband aus
Köln startete am Freitagabend in der Balver Höhle in den
zweiten Teil ihrer Deutschlandtournee und zeigte sich gut aufgelegt.
Die sechs Musiker vermittelten ihrem Publikum auf Anhieb das
Gefühl, an diesem Abend nirgendwo anders lieber aufzutreten als
in diesem urigen Konzertsaal unter der Erde. Die Höhner
feierten ihre Höhlenpremiere, und Frontmann Henning
Krautmacher fand die Atmosphäre in dieser
ungewöhnlichen Konzerthalle einfach geil
.
Er machte schnell ein paar Gemeinsamkeiten zwischen der
Höhner-Heimat Köln und dem Gastspielort Balve aus:
Köln hat den Dom, Balve den Felsendom. Und in (historisch
nicht ganz korrekter) Anspielung auf eine Begebenheit aus der
Balver Stadtgeschichte: In Köln wurden die heiligen Drei
Könige begraben - aber in Balve waren sie am Abend vorher
einen trinken!
Kleine Spässe wie dieser zogen sich
durchs ganze Programm. Sehr zum Vergnügen der Besucher, denen
damit mehr geboten wurde als eine Aneinanderreihung von Musiktiteln.
Obwohl ja die Musik eigentlich im Mittelpunkt stand, und so machten
die Sauerländer, so sie nicht ohnehin eingeschworene
Höhner-Fans waren, fröhliche Bekanntschaft mit der
kölschen Musikkultur.
Mir maache hück die Naach zom Daach
, kündigte
die Band an und setzte das dann auch gut zwei Stunden lang in die
Tat um. Dabei präsentierten die Höhner nicht nur die auch
ausserhalb Kölns bekannten Partykracher mit Erkenntnissen
über Echte Fründe, Dicke Mädchen haben schöne Namen
oder Viva Colonia, sondern gaben
auch den eher leisen Tönen Raum. Geradezu poetisch kam zum
Beispiel das Lied Zeiger an der Uhr
daher, in dem die Unbeständigkeit des Glücks besungen
wird.
Mit ihrer Musik importierten die Höhner auch ein wenig
rheinische Leichtigkeit des Seins an die Hönne, was
insbesondere in dem Titel Der liebe Gott
weiss, dass ich kein Engel bin, zum Ausdruck kam: Das
mit dem Himmel, das kriegen wir schon hin
, beschworen
Krautmacher und Co. das sorglose Leben im Hier und Jetzt. Nachdem
die Gäste noch eine Uraufführung Irgendwann ist jeder mal dran) miterlebt
hatten, erfuhren sie, dass Köln mehr als eine Stadt,
nämlich "e Jeföhl" ist. Das hatten viele zu
diesem Zeitpunkt schon verinnerlicht: Die Höhle war voll von
Menschen, die zumindest für einen Abend dieses kölsche
Gefühl spürten.
Ganz am Schluss eines mit guter Musik angefüllten, facettenreichen Konzertes gaben die Höhner dem Publikum dann mit Wir werden uns wieder sehen ein musikalisches Versprechen. Viele, die die Höhner-Premiere in der Höhle miterlebt haben, wünschen sich, dass die Kölner dieses Versprechen möglichst bald einlösen werden.
Volker Griese
Westfälischer Anzeiger , den 12. August 2007
Dieser Tag ist in jeder Hinsicht geil!
Hinschauen und geniessen: Saxofonist Jens Streifling steht im Scheinwerferlicht unter dem atmosphärisch angeleuchteten Felsen der Balver Höhle."Da simmer dabei, dat is prima!" Nicht nur im Kölner Stadion werden Schals geschwenkt, auch in der Balver Höhle.Da passte wirklich niemand mehr rein: Weit über 2.000 Höhner-Fans feierten ausgelassen und dicht an dicht bei tropischen Temperaturen im Balver "Felsendom" mit der Kölner Kult-Band, die auf jeden Fall noch mal wieder kommen will.Der charismatische Sänger Henning Krautmacher unterstrich seine Texte mit ausdrucksstarker Mimik.Über drei Stunden gaben Jens Streifling (Saxofon), Hannes Schöner (Bass) und Ralf Rudnik an der Gitarre Vollgas. Die Besucher dankten ihnen mit frenetischem Applaus.
Dieser Tag ist in jeder Hinsicht geil!
sagt Henning
Krautmacher. Vor wenigen Sekunden stand der Frontsänger der
Höhner in der Balver Höhle noch auf der Bühne und hat
sich mit dem Handball-WM-Hit Wenn nicht
jetzt, wann dann? in die Pause verabschiedet. Deutlich ist
der Jubel der rund 2.100 angereisten Fans im Backstage-Bereich noch zu hören. Sie sind
begeistert.
An diesem Konzert müssen sich die weiteren erst einmal
messen lassen
, freut sich der charismatische
Sänger über die Stimmung im "Felsendom".
Und als er dann auch noch hört, dass der 1. FC Köln 2:0
gewonnen hat, ist er kaum noch zu halten. Kurz noch einmal
durchschnaufen und dann ganz schnell wieder auf die Bühne.
Jetzt geht's los, wir sind nicht mehr aufzuhalten
Und damit hatte Krautmacher den Fans des kölschen Frohsinns
nicht zuviel versprochen.
Über drei Stunden rockten die Höhner, was das Zeug hielt
und liessen keinen Stimmungshit aus. Von Viva Colonia über Dicke Mädchen haben schöne Namen
bis hin zu den etwas ruhigeren Songs, wie Echte Fründe oder Ohne dich geht es nicht - die
Höhner-Fans kamen voll und ganz auf ihre Kosten, und die Band
liess ihre Herzen höher schlagen. Sogar eine Premiere hatten
die kölschen Musiker im Gepäck. Ich glaube hier in
Balve ist der richtige Ort, um unser neues Lied zu spielen!
Gerade hatte Krautmacher es gesagt, da stimmte Schlagzeuger Janus
Fröhlich auch schon die ersten Takte an: "Irgendwann,
kommt jeder einmal dran"
Es dauerte nicht lange, da sangen die Fans bereits lautstark mit.
Debüt absolut gelungen! Das Lied hat höchstes Hitpotenzial.
Klar, dass die Fans nach dem Konzert in grosser Zahl erst einmal den
CD-Stand aufsuchten. Die müssen wir haben
, war sich
etwa ein Trüppchen aus Menden einig. Um
möglichst nah an der Bühne zu stehen, waren sie bereits
drei Stunden vor Konzertbeginn angereist. Und sie waren nicht die
einzigen. Aus dem gesamten Ruhrgebiet strömten die Fans in die
Hönnestadt, um beim Auftakt der zweiten Tourneehälfte live
dabei zu sein. Schliesslich erlebt man die Höhner zwischen 360
Millionen Jahre alten Felsen nicht alle Tage.
Und auch die Band selbst schien sich in der atmosphärischen
Höhle wohl zu fühlen, ja, fast ein wenig heimisch.
Balve und Köln haben ja viele Gemeinsamkeiten: Wir haben
den Dom, ihr habt den Felsendom. Wir haben den Rhein, ihr die
Hönne.
Da kann ja nichts mehr schief gehen. Auch wenn
Krautmacher den Unterschied zwischen Stalagmiten und Stalaktiten
erst noch lernen muss, eines wusste er ganz genau: Wir kommen
gerne wieder!
Claudia Heinemann: Text
Westfalenpost , den 12. August 2007
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