Dinklage könnte Stadtteil von Köln sein
Geschenke gibt es in der Regel nur zum Geburtstag und zu Weihnachten. Die Dinklager und alle Musikfans hatten aber das Glück, bereits Samstag vom Karnevalsclub Dinklage ((KCD) beschenkt zu werden. Denn der KCD hatte die Kölner Kultband Höhner nach Dinklage gelotst und sich, ganz Dinklage und auch vielen Musikfans aus der Region ein tolles Geschenk gemacht.
Schon beim Eintrag ins goldene Buch der Stadt im Rheinischen Hof war
Frontsänger Henning Krautmacher ganz gespannt.
Ich freue mich riesig auf das Konzert
, sagte er.
Und diese Freude war nicht gespielt, wie sich zwei Stunden später um Punkt 21 Uhr zeigte. Unterhaltung pur, auf allerhöchstem Niveau. Und das zwei Stunden nonstop. Keine effektvollen Lichtshows und Bühnenbilder. Wer die Höhner erleben will, wünscht sich nur eines: Musik, Musik, Musik. Und davon gab es reichlich. Rund eine Stunde Einstimmung mit Liedern wie Der liebe Gott weiss, dass ich kein Engel bin oder Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche waren Balsam für die Seele.
So wie auch die Komplimente, die Frontsänger Henning
Krautmacher dem Dinklager Publikum zuwarf. Dinklage
könnte auch ein Stadtteil von Köln sein
, lobte er
die Textsicherheit des begeisterten Publikums.Und freute sich
besonders darüber, dass die Dinklager "das böse Wort
Helau" nicht in den Mund nehmen würden und auf echt
kölsche Art mit "Alaaf" antworteten.
Dann wurde gerockt und gefetzt, bis der Boden bebte - und ganz zum Schluss bei Viva Colonia an einer Stelle sogar in die Knie ging. Songs wie Wenn nicht jetzt, wann dann?, Die Karawane zieht weiter... oder Echte Fründe waren das Futter, auf das die Fans gewartet hatten. Und die Höhner spielten nicht einfach ihr Repertoire runter - die Begeisterung der Dinklager rockte zurück auf die Bühne.
Ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Einfach genial
, wie
Norbert "Zese" Bünnemeyer fand. Auch
wenn sich das Zelt bei tropischen Temperaturen in eine Sauna verwandelt hatte.
Auch die übrigen Fans waren begeistert. Ob aus Fulda, wie
Krautmacher-Doppelgänger Wolfgang, der zehnjährige Nils
aus Dinklage, der nach einer Fuss-Operation mit Gehstützen in
Begleitung seiner Schwestern Maren und Jessica zum Konzert humpelte
oder Sascha Wiembarg und Teresa Rose, die kurzerhand einen
Höhner-Fanclub Vechta gegründet hatten - das Geschenk des
KCD und der Höhner
kam bestens an.
Wir werden uns wiedersehen
, versprachen die
Höhner mit ihrem letzten Song. Am Publikum wird dies
sicher nicht scheitern.
Harrding Niehues
Oldenburgische Volkszeitung , den 11. Juni 2007
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