Tausende von feiernden, schunkelnden und mitsingenden Fans - das sind die Höhner durchaus gewöhnt. In Köln, im Karneval, im Stadion des 1. FC Köln, auf Mallorca , in der Schinkenstrasse. Aber in Kiel? An der Förde? "Doch auch in Kiel werden wir den Platz wieder rocken", da sind sich die Kölsche Jungs sicher.
Bereits im letzten Jahr haben sie mit ihren Stimmungssongs so richtig abgeräumt. Und das war vor ihrem Nummer eins Hit zur Handball-WM. "Aber da waren einige Spieler von eurem Handball-Verein mit uns auf der Bühne und haben Die Karavane zieht weiter live mit uns gesungen", erinnert sich Henning Krautmacher, der seit 1986 gemeinsam mit den anderen Höhnern auf der Bühne steht. "Das war ziemlich laut, die Jungs sind echt abgegangen." Das ist schon mal ein gutes Omen, also: wenn nicht jetzt, wann dann?" Auch wenn bis jetzt noch keines der Kieler Handball-Asse aufgetaucht ist.
"Da müsste doch aber was zu machen sein", denkt sich Meet & Greet-Gewinnerin Renate Butler, die beim THW für den Live-Ticker zuständig ist und bereits seit einer halben Stunden mit Henning über die Handball-WM, die Entstehung des Supersongs - "Heiner Brandt hat uns angesprochen und um einen Song für seine Jungs gebeten!" - und die Feier danach vertieft. Doch der prompte Anruf in der THW-Pressestelle bleibt erfolglos. Macht nichts, ein paar Spieler, munkelt man, seien eh vor Ort. Überhaupt ist Handball das beherrschende Thema des Abends hinter der Bühne und die Kölner freuen sich, in Renate eine so kompetente Gesprächspartnerin zu haben. Doch irgendwann wird es Zeit für die Jungs, die in Karnevalsspitzenzeiten bis zu 5 Auftritte an einem Abend haben, auf die Bühne zu gehen.
Und was da abgeht, das haut selbst einen hartgesottenen THW-Fan wie Renate Butler aus den Socken. Der gesamte Platz vor der freenet-mobilcom Bühne ist rappelvoll, bis zum Wasser drängeln sich die Menschenmassen bewaffnet mit FC Köln-Fahnen und Trikots sowie Schirmen und Fahnen in Schwarz und Weiss - den Farben des THW.
Und auch die Band zeigt sich beeindruckt von so vielen Kieler Spröttchen und legt los. Dä kölsche Pass, Mer ston zo dir FC Kölle und Dicke Mädchen haben schöne Namen kommen gut an. Kiel singt mit und zeigt sich einmal mehr als feste Grösste in Sachen schunkeln und schmettern. Nicht zu halten ist die Masse allerdings nicht mehr, als leise, ganz leise die ersten Töne unseres Liedes kommen: Wenn nicht jetzt, wann dann?. Sollten die Kieler ausflippen? Zum ersten Mal sind mehr schwarz als rot-weisse Fahnen in der Luft und irgendwo mittendrin haben bestimmt auch ein paar Zebras tüchtig mitgebrüllt.
Ein grandioser Konzertabend, der erst nach mehreren Zugaben zu Ende ging und bestimmt einen guten Eindruck bei den Kölner Urgesteinen hinterlassen hat. Tschö! und vielleicht bis zum nächsten Jahr! Dann aber aber dem Rathausplatz, wenn wir das nächste Triple eingefahren haben!
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