Archiv Höhner-Konzert Minden 19-04-2007

Schön dat Du do bes

Mit Schwung und Rhytmus verzaubern Kölsche Jungs das Publikum

He föhl ich mich zohus, he wullt ich hin, bei solchen Fans konnten sie sich auch zu Hause fühlen. Denn kaum hatten die Höhner die Bühne in der Kampa-Halle betreten und erste Tönen ihren Instrumenten entlockt, da klatschten die Zuhörer schon im Takt mit. Sie zeigten dass sie auch die Texte kannten und kölsch wohl keine Fremdsprache für sie war.

Schön dat Du do bes begrüssen die Höhner ihre Freunde, ernannten bald die Kampa-Halle zum Gürzenich von Minden und sorgten für Verbrüderung aller, indem jeder dem Nachbarn die Hand reichte und sich mit seinem Vornamen vorstellte. Wem konnte es da nicht gutgehen? Mit How do you do?, dem Lied von ihrem neuen CD, vergewissten sie sich trotzdem und wünschten sich halt mich fest heut Nacht. was schon wichtig war, denn sofort kündigten sie an Wir machen heut die Nacht zum Tag. Das alles natürlich in Kölsch gesungen, aber was machte das bei diesem sachkundigen Publikum, das offenbar auch schon die neuen Lieder kannte.

Könnte es einem besser gehen, früher vielleicht? Als der FC Kölle noch janz oben stand? So songen sie vom Paradies, do jeiht et mir jot, wurden anschliessend nachdenklich und stellten fest, dass Menschlichkeit wichtiger als Geld ist und wohl für jeden ein Stück vom Kuchen da sei

Mit viel Gefühl gng es weiter:Sag mir, wo die Blumen sind. und dann beschrieben sie den alten Mann mit der schwarzen Jacke, mit dem Pappkarton, der seine ganze Habe barg, der fragte Wann geht der himmel wieder auf? Vielleicht ist es der Zeiger auf der Uhr, den sie besangen, der ihm bessere Zeite bringt, bevor er endgültig stehen bleibt. Schön, wenn er geliebt wird, wenn man die Nummer eins im Leben eines anderen ist, der einem mit Schwung und Rhytmus zusichert Ohne Dich geht es nicht. Und das auch, wenn er dann das Liebeslied an schöne dicke Mädchen singt, die der Himmel geschickt hat und die ihn verrückt machen.

Längst hielt es die Fans der Höhner nicht mehr auf ihren Sitzen. Stehend sangen sie mit, klatschten im Takt und erreichten wohl den Höhepunkt ihrer Stimmung, als es hiess Wenn nicht jetzt, wann dann- wenn nicht hier, sag mir wo und wann. Wer kennt nicht den inzwischen berühmten Handball-WM-Soong?

Seit 35 Jahren erfreuen die höhner ihre Freunde mit ihrer in Kölsch gesungen Musik. Und man glaubt es ihnen, wenn sie singen Wir haben noch lange nicht genug. Ihre Fans werden glücklich darüber sein und mancher wird sich schnell entschliessen den Kölner Pass zu erwerben. Denn - und das versteht jeder Fan: Met dä Kölsche Pass mät et Levve spass, janz ejal wo du och küss

Robert Kauffeld
Mindener Tageblatt, den 21 April 2007

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