Archiv Höhner-Interviews

Der Erfolg ist ein Geschenk

Die Höhner sind ohnehin erfolgreich. Seit ihrem Nr.1-Hit Wenn nicht jetzt, wann dann? aber ist alles noch zwei Nummern grösser geworden. Mit den Höhnern Henning Krautmacher und Hannes Schöner sprach Stefan Volberg.

Kriegt ihr eigentlich noch Luft?

Henning: Die Band ist fit.

Hannes: Das geht auch gar nicht anders. Der Beruf ist nümlich zum Dauerlauf geworden.

Wie habt ihr von der Nr. 1 erfahren?

Henning: Direkt nach dem Rosenmontagszug bei der Party in den WDR-Arkaden. Alle aus der Karnevalsszene waren da, alle Kollegen haben gratuliert. Und Peter Brings hat gesagt: das tut uns jetzt allen gut.

Was meinte er damit?

Hannes: Die rheinische Musik bekommt jetzt endlich bundesweit Akzeptanz.

Henning: Wir machen Crossover, nicht nur Volksmusik. Dafür haben wir eine eigene Nische geschaffen, eine eigene Duftmarke. Das wird auch einen eigenen Namen kriegen.

Hannes: Und das haben wir für alle geschafft.

Sind die Höhner jetzt allen davongerannt?

Henning: Bestimmt nicht. Wir führen vielleicht im Moment den Flug der Zugvögel an. Wir haben einfach eine wichtige Tür geöffnet.

Hannes: Es war Pionierarbeit mit etwas, wofür wir früher belächelt wurden.

Man hat den Eindruck, für die Höhner hat eine neue Zeitrechnung begonnen.

Henning: Früher haben wir nach Karneval drei Wochen Pause gemacht. Jetzt mussten wie viele Interviews geben in der Zeitung, im Radio, im Fernsehen, am Telefon. Aber es macht uns nichts aus, denn der Erfolg ist ein Balsam.

Hannes: Und macht Spass.

Was kann noch kommen?

Hannes: Die Säle, in denen wir spielen, werden grösser: München - Deutsches Theater, Berlin - Tempodrom, Hamburg - Grosse Freiheit 36. (lacht) Vielleicht kommt sogar mal ein Longplayer von uns von Null auf Platz 1.

Henning: Grosses Thema wird Download. Der Kopierschutz hat alle Leute verärgert. Bald wird es die Höhner gegen geringe Gebühr auch ohne Kopierschutz aus dem Internet geben.

Was ist der Grund für euren Erfolg?

Hannes: Alle kochen nur mit Wasser. Aber wir schreiben unsere Titel zu 95 Prozent selbst, und das macht uns authentisch.

Henning: Das ist unser Ehrgeiz, damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.

Hannes: Aber Erfolg ist nicht planbar, sondern ein Geschenk. Deshalb heben wir bestimmt nicht ab.

Ein Wort noch zu Wetten, dass...

Hannes: Das Publikum ist bei uns toll mitgegangen. Was uns sehr beeindruckt hat: die Arbeit dort lief hochprofessionell und präzise. Alle haben genau gewusst, wer wann wie dran war.

Kölnische Rundschau, den 11. April 2007

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