Kurze Höhner-Biografie

Höhner: vom Studentenscherz zu Profi-Truppe

"Vom Studentenscherz zum professionellen mittelständischen Unternehmen", umreisst Keyboarder Peter Werner die 35 Jahre Höhner-Geschichte. Nach den Bläck Fööss schienen die Höhner lange Zeit die ewig Zweitgeborenen zu sein, links und rechts von den Fööss war wenig Platz. "Da entwickelt man Einzelkämpferbewusstsein und die Kraft, einen eigenen Stil zu entwickeln", sagt das Ur-Hohn.

Gewiss, man kannte die Höhner in Köln; einen ersten Hit, eine Erkennungsmelodie landeten sie aber erst im November 1979: Ich ben ne Räuber, von Peter Horn nach dem irischen I'm a rover adaptiert.

Als die Höhner 1972 die Karnevalsbühne betraten, stiessen sie bei einer Berufsgruppe auf herzliche Abneigung. "Die Sch...-Höhner sin widder do", stöhnte das Reinigungspersonal, denn in ihrer Anfangszeit trat die Band in selbstgenähten Hühnerkostümen auf und pflegte auch echte Federn ins Publikum zu werfen.

Beim Vorstellabend der katholischen Jugend (Kajuja) 1972/73 im Pfarrsaal von St. Bruno hatten Peter Werner, Jan-Peter (Janus) Fröhlich, Peter Rolf Lessenich und Walter Pelzer dermassen begeistert, dass sie mehr als 100 Auftritte angeboten bekamen - übrigens in der Besetzung Schlagzeug, Trompete, Klarinette und Akustik-Gitarre plus Gesang. Die Gage betrug 80 Mark. Zu jener Zeit kostete das Brötchen zwölf Pfennig und das Kölsch vier Groschen.

Während das Hühnerkostüm bald verschwand, machte die Band einen ersten grossen Fortschritt, als 1977 Frontmann Peter Horn für Peter Rolf Lessenich zu ihnen kam. Er professionalisierte den Laden und führte regelmässige Proben ein.

Der Clown, der wie der Hofnarr alles sagen darf, wurde zum Markenzeichen. FM (Franz-Martin) Willizil verstärkte an Stelle von Walter Pelzer die Höhner ab 1979, und Bassist Günter Steinig machte die Höhner zum Quintett. 1982 wurden die Gründungsmitglieder Peter Werner und Janus Fröhlich, die bis dahin Lehrer waren, Profis.

In den 80er Jahren - längst hatten die Höhner auch viele Auftritte ausserhalb des Karnevals - entwickelten sich zwei Marschlinien zum Erfolg: hier Peter Horn, Verfechter des kölschen Weges, dort die übrige Gruppe, die den bundesweiten Erfolg mit hochdeutschen Liedern suchte. Darüber wäre die Gruppe beinahe zerbrochen - 1986 erklärte Horn seinen Ausstieg, der Clown trat ab.

Für ihn wurde ein vom Naturell her völlig gegensätzlicher Ersatz gefunden: Henning Krautmacher, der blonde, (vor-)laute, Köbesschnäuzer tragende joviale Rheinländer "Wir haben ganz auf diese neue Karte gesetzt, auf dieses Bündel an Energie und Kreativität. Henning hat schnell seinen Einfluss in der Band geltend gemacht." Ein Jahr standen er und Horn noch gemeinsam auf der Bühne.

Im Jahr darauf hatten die Höhner (nicht mehr De Höhner) ihren ersten hochdeutschen Riesenhit mit der Pizza wundaba, musikalisch eine neapolitanische Tarantella. DieBand holte sich einen Choreographietrainer, Hennig servierte die italienische Köstlichkeit (manchmal sogar wirklich!) im Pizzabäcker-Kostüm, die Höhner zelebrierten eine Bühnenshow, ihnen lag daran, sich auch optisch insbesondere von den Bläck Fööss abzusetzen.

Stefan Volberg

Autogrammkarten der Höhner sind erhältlich wenn Sie einen frankierten und selbstadressierten Umschlag (C5) senden an:
Höhner GbR
Girlitzweg 30/Tor 4
50829 Köln

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